Bei einem Kindernotfall zählen wenige sichere Abläufe mehr als möglichst viel theoretisches Wissen. Eltern und andere Betreuungspersonen sollten vor allem erkennen können, ob ein Kind reagiert und normal atmet, wann die 112 nötig ist und wie Wiederbelebung, Hilfe bei Verschlucken sowie die Versorgung starker Blutungen grundsätzlich funktionieren. Ein praktischer Erste-Hilfe-Kurs am Kind ist dafür besonders geeignet, weil die Handgriffe dort unter Anleitung geübt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Grundlagen Eltern zuerst lernen sollten
- 112 und Notruf in Berlin sicher beherrschen
- Wiederbelebung nach den Leitlinien des GRC
- Fremdkörper in den Atemwegen richtig einordnen
- Blutungen, Verbrennungen und Vergiftungen versorgen
- DRK, Johanniter und Malteser in Berlin
- Erste Hilfe ohne Überforderung trainieren
- FAQ
Welche Grundlagen Eltern bei Kindernotfällen zuerst lernen sollten
In Berlin bieten unter anderem das Berliner Rote Kreuz, die Johanniter und die Malteser entsprechende Schulungen an. Vorkenntnisse sind bei Kursen für Privatpersonen in der Regel nicht erforderlich. Wichtig ist zusätzlich die richtige Entscheidung zwischen Rettungsdienst und medizinischer Versorgung außerhalb eines lebensbedrohlichen Notfalls. Dabei hilft die Übersicht dazu, wann Eltern 112 oder 116117 in Berlin richtig wählen.
Zur Vorbereitung gehört auch ein übersichtlicher Haushalt. Verbandmaterial sollte schnell erreichbar sein, Medikamente und gefährliche Stoffe dagegen kindersicher gelagert werden. Eine sinnvolle Grundlage ist eine gut geordnete Kinder-Hausapotheke. Ebenso sinnvoll ist es, mit älteren Kindern Notrufnummer und Wohnadresse praktisch zu üben.
Erste Hilfe am Kind beginnt nicht mit komplizierten medizinischen Maßnahmen. Zuerst muss die Situation erkannt werden. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, sich schnell einen Überblick zu verschaffen, weitere Gefahren zu vermeiden und anschließend Bewusstsein und Atmung zu kontrollieren.
Ein Kind mit schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit oder fehlender normaler Atmung braucht sofort professionelle Hilfe. Bei Unsicherheit über eine mögliche Lebensgefahr ist die 112 die richtige Nummer. Die Leitstelle kann während des Telefonats Anweisungen geben und bei lebensrettenden Maßnahmen unterstützen.
Für den Einstieg reichen einige klar voneinander getrennte Fähigkeiten. Sie sollten nicht nur gelesen, sondern möglichst praktisch geübt werden.
- Eigene Sicherheit und Sicherheit des Kindes prüfen.
- Reaktion des Kindes kontrollieren.
- Atmung beurteilen.
- Notruf 112 absetzen und Rückfragen der Leitstelle abwarten.
- Stabile Seitenlage praktisch üben.
- Herzdruckmassage und Atemspende an einer Übungspuppe trainieren.
- Starke Blutungen durch direkten Druck kontrollieren.
- Maßnahmen bei einem Fremdkörper in den Atemwegen kennenlernen.
Bei kleinen Alltagsverletzungen ist zusätzlich eine gute Wundversorgung wichtig. Für typische Situationen hilft die Übersicht dazu, wie Eltern Schnittwunden bei Kindern richtig behandeln.
| Situation | Erster Schwerpunkt | Was gelernt werden sollte |
|---|---|---|
| Kind reagiert nicht | Bewusstsein und Atmung prüfen | Notruf, Seitenlage oder Wiederbelebung |
| Keine normale Atmung | Sofort handeln | Atemspende und Herzdruckmassage |
| Starke Blutung | Blutverlust begrenzen | Direkter Druck und Druckverband |
| Akutes Verschlucken | Wirksamkeit des Hustens beurteilen | Rückenschläge und altersgerechte weitere Maßnahmen |
| Mögliche Vergiftung | Stoff feststellen und beraten lassen | Giftnotruf und 112 bei Lebensgefahr |
112 und Notruf in Berlin sicher beherrschen
Die 112 ist in Deutschland und in der Europäischen Union die zentrale Notrufnummer für Feuerwehr und Rettungsdienst. Sie ist kostenfrei erreichbar. Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot, schweren Verletzungen, lebensbedrohlicher Blutung, schwerer Verbrennung oder anderen möglicherweise lebensgefährlichen Zuständen darf nicht auf eine normale Arztsprechstunde gewartet werden.
Eltern müssen keinen perfekten medizinischen Bericht liefern. Die Leitstelle führt strukturiert durch das Gespräch. Entscheidend ist, Fragen ruhig zu beantworten und nicht selbst aufzulegen, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet.
- Den genauen Ort des Notfalls nennen.
- Kurz erklären, was passiert ist.
- Angeben, wie viele Menschen betroffen sind.
- Bei einem Kind das Alter nennen und den aktuellen Zustand beschreiben.
- Auf weitere Fragen warten und die Anweisungen der Leitstelle befolgen.
Wer allein bei einem Kindernotfall ist, sollte das Mobiltelefon nach Möglichkeit auf Lautsprecher stellen. Dadurch können Anweisungen der Leitstelle gehört werden, während gleichzeitig beim Kind geblieben und Erste Hilfe geleistet wird.
Die 116117 erfüllt eine andere Aufgabe. Sie ist für dringende medizinische Beschwerden gedacht, die nicht lebensbedrohlich sind und nicht bis zur regulären Sprechstunde warten können. Besteht der Verdacht auf akute Lebensgefahr oder drohende schwere Schäden, ist die 112 zuständig.
Wiederbelebung bei Kindern nach den Leitlinien des German Resuscitation Council
Bei Kindern unterscheidet sich die Wiederbelebung in wichtigen Punkten von der Versorgung Erwachsener. Die deutschen Kurzleitlinien des German Resuscitation Council aus dem Jahr 2025 sehen bei der pädiatrischen Basisreanimation zunächst die Prüfung der Reaktion sowie die Alarmierung des Rettungsdienstes vor. Die Atmung wird höchstens zehn Sekunden beurteilt.
Fehlt die normale Atmung, gehören bei Kindern fünf anfängliche Atemspenden zur empfohlenen Abfolge. Anschließend folgen Herzdruckmassage und Beatmung. Personen ohne spezielle Ausbildung in pädiatrischer Basisreanimation können das Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen verwenden. Speziell in pädiatrischer Basisreanimation geschulte Helfende arbeiten nach den aktuellen GRC-Leitlinien mit 15 zu 2.
Die Druckfrequenz liegt bei 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Der Brustkorb soll bei Kindern ungefähr um ein Drittel seines Durchmessers eingedrückt werden. Bei Säuglingen entspricht dies ungefähr vier Zentimetern, bei Kindern etwa fünf Zentimetern. Nach jeder Kompression muss sich der Brustkorb wieder vollständig entlasten können.
Die konkrete Handposition und die richtige Atemspende lassen sich deutlich besser praktisch lernen als aus einer Beschreibung. Das gilt besonders bei Säuglingen. Ein Kurs mit Übungspuppen ermöglicht es, Druckpunkt, Kraft, Rhythmus und Beatmung kontrolliert auszuprobieren.
Ist ein automatisierter externer Defibrillator verfügbar, sollen die Anweisungen des Gerätes befolgt werden. Moderne Empfehlungen berücksichtigen auch die Nutzung eines Kinderprogramms, sofern das Gerät darüber verfügt und dies für das Alter beziehungsweise Gewicht vorgesehen ist.
Fremdkörper in den Atemwegen bei Säuglingen und Kindern richtig einordnen
Ein plötzliches Verschlucken kann beim Essen oder Spielen auftreten. Entscheidend ist zunächst, ob das Kind wirksam husten und ausreichend Luft bekommen kann. Ein kräftiger Husten soll nicht durch unnötige Eingriffe unterbrochen werden.
Wird der Husten wirkungslos und kann das Kind nicht mehr sprechen, weinen oder ausreichend atmen, wird die Situation akut. Die aktuellen europäischen Wiederbelebungsleitlinien sehen zunächst bis zu fünf Schläge zwischen die Schulterblätter vor. Bleiben sie ohne Erfolg, unterscheiden sich die weiteren Handgriffe nach Alter.
Bei Säuglingen werden keine Oberbauchkompressionen durchgeführt. Stattdessen werden nach erfolglosen Rückenschlägen Brustkorbkompressionen eingesetzt. Bei größeren Kindern können Rückenschläge und Oberbauchkompressionen abwechselnd angewandt werden. Solche Techniken sollten in einem Kurs unter Anleitung geübt werden.
Ein nicht sichtbarer Fremdkörper darf nicht mit den Fingern blind aus dem Mund geholt werden. Sichtbare Gegenstände können vorsichtig entfernt werden. Wird das Kind bewusstlos, muss unverzüglich die Wiederbelebung begonnen werden und der Rettungsdienst alarmiert sein.
Blutungen, Verbrennungen und Vergiftungen bei Kindern versorgen
Bei starken Blutungen steht die Blutstillung an erster Stelle. Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt direkten Druck auf die Blutungsstelle mit möglichst keimarmem Material. Je nach Verletzung kann anschließend ein Druckverband erforderlich sein. Schwere Blutungen gehören zu den Situationen, in denen der Rettungsdienst über 112 gerufen wird.
Bei kleineren Wunden geht es vor allem um saubere Versorgung und Schutz der Verletzung. Einmalhandschuhe gehören deshalb sinnvollerweise zum Verbandmaterial. Größere Fremdkörper, die tief in einer Wunde stecken, sollten nicht selbst herausgezogen werden.
Auch bei Verbrennungen kommt es auf die Größe der verletzten Fläche an. Das DRK empfiehlt eine Kühlung mit fließendem Leitungswasser zur Schmerzlinderung nur bei kleinflächigen Verbrennungen. Größere verbrannte Körperflächen sollen wegen der Gefahr einer Unterkühlung nicht gekühlt werden. Brandwunden werden locker und möglichst keimfrei bedeckt. Hausmittel gehören nicht auf eine Verbrennung.
Bei einer möglichen Vergiftung gelten andere Regeln. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit raten dazu, fachlichen Rat bei einem Giftinformationszentrum einzuholen. Bei Bewusstlosigkeit oder anderen lebensbedrohlichen Symptomen wird sofort die 112 gerufen.
Ein Kind soll nach einer möglichen Vergiftung nicht absichtlich zum Erbrechen gebracht werden. Auch Milch und Salzwasser sind keine geeigneten allgemeinen Gegenmaßnahmen. Weitere Schritte hängen vom aufgenommenen Stoff ab und sollten mit einem Giftinformationszentrum oder medizinischem Fachpersonal abgestimmt werden.
Hilfreich sind dabei genaue Angaben zum Produkt, zur möglichen Menge, zum Zeitpunkt und zum Zustand des Kindes. Verpackung und Etikett sollten verfügbar bleiben. Bei Haushaltschemikalien kann auch der auf Produkten vorhandene UFI-Code bei der Identifizierung des Stoffes helfen.
Die Situation entscheidet darüber, welcher Schritt zuerst zählt.
| Situation | Erster Schritt | Danach wichtig |
|---|---|---|
| Kind reagiert nicht | Atmung prüfen | Bei fehlender normaler Atmung 112 und Wiederbelebung |
| Kind hustet nach Verschlucken kräftig | Zum Husten ermutigen | Zustand aufmerksam beobachten |
| Husten wird wirkungslos | Bis zu fünf Rückenschläge | Weitere altersgerechte Maßnahmen anwenden |
| Starke Blutung | Direkten Druck ausüben | Bei schwerer Blutung Rettungsdienst verständigen |
| Mögliche Vergiftung | Stoff und Verpackung sichern | Fachlichen Rat einholen, bei Lebensgefahr 112 |
DRK, Johanniter und Malteser bieten Kindernotfallkurse in Berlin an
Wer Erste Hilfe am Kind ohne großen Lernstress beherrschen möchte, profitiert von einem Kurs mit praktischen Übungen. Das Berliner Rote Kreuz richtet seine Angebote ausdrücklich an Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Erzieher sowie andere Menschen, die mit Kindern zu tun haben. Vorkenntnisse werden nicht verlangt.
Zu den Themen des Berliner Roten Kreuzes gehören unter anderem Kontrolle der Vitalfunktionen, stabile Seitenlage, Beatmung, Herz-Lungen-Wiederbelebung, starke Blutungen, Vergiftungen, Knochenbrüche und Schock. Der Schwerpunkt liegt damit genau auf Situationen, in denen theoretisches Wissen allein häufig nicht genügt.
Auch die Johanniter bieten in Berlin spezielle Erste-Hilfe-Kurse am Kind für Privatpersonen an. Behandelt werden unter anderem Fremdkörper in den Atemwegen, Verletzungen, Vergiftungen sowie akute Atemprobleme. Das Angebot richtet sich beispielsweise an Eltern, Großeltern, Babysitter und Menschen, die regelmäßig Kinder betreuen.
Die Malteser führen ebenfalls Kurse für Kindernotfälle durch. Inhalte sind unter anderem das Erkennen eines Notfalls, Wiederbelebung bei Säuglingen und Kindern, Bewusstlosigkeit, Atemstörungen, Verbrennungen, Vergiftungen und Verletzungen. Termine und Verfügbarkeit können sich ändern und werden von den jeweiligen Organisationen aktuell veröffentlicht.
Für Beschäftigte in Kitas und anderen Betreuungseinrichtungen gelten zusätzliche Anforderungen. Private Kindernotfallkurse sind nicht automatisch mit der vorgeschriebenen Ausbildung für betriebliche Ersthelfende in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen gleichzusetzen.
Erste Hilfe ohne Überforderung Schritt für Schritt trainieren
Die Menge möglicher Kindernotfälle kann beim Lernen zunächst groß wirken. Für den Alltag ist es deshalb sinnvoll, mit den lebensrettenden Situationen anzufangen. Erst danach kommen häufige Verletzungen und besondere Fälle hinzu.
Eine praktische Lernreihenfolge kann mit der Reaktion des Kindes beginnen. Danach folgen Atemkontrolle und Notruf. Im nächsten Schritt werden stabile Seitenlage, Atemspende und Herzdruckmassage geübt. Anschließend können Verschlucken, starke Blutungen, Verbrennungen und Vergiftungen behandelt werden.
| Lernbereich | Praktisches Ziel | Geeignete Übung |
|---|---|---|
| Notfall erkennen | Reaktion und Atmung beurteilen | Ablauf im Kurs mehrfach durchspielen |
| Notruf | Ort und Zustand klar übermitteln | Notrufgespräch als Übung simulieren |
| Wiederbelebung | Rhythmus und Handposition beherrschen | Training an Säuglings- und Kinderpuppe |
| Verschlucken | Altersunterschiede kennen | Handgriffe unter Anleitung üben |
| Wundversorgung | Blutung wirksam kontrollieren | Wundauflage und Druckverband anwenden |
Kurze Wiederholungen sind besonders praktisch, wenn der eigentliche Kurs schon länger zurückliegt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt ausdrücklich, Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Die Johanniter bieten dafür beispielsweise auch kompakte Auffrischungsangebote an.
Ein Video kann die Wiederholung ergänzen. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit verweist unter anderem auf ein Lehrvideo der Universitäts-Kinderklinik Bonn, in dem die Wiederbelebung von Babys und Kindern Schritt für Schritt gezeigt wird. Ein Video ersetzt jedoch nicht die Erfahrung, eine Herzdruckmassage oder Hilfe bei einem Fremdkörper selbst an einer Übungspuppe durchzuführen.
0 von 5 Punkten wiederholt
Auch der Alltag kann vorbereitet werden. Notfallnummern sollten im Mobiltelefon gespeichert sein. Der genaue Wohnort muss allen Betreuungspersonen bekannt sein. Verbandmaterial gehört an einen festen Platz. Bei Ausflügen sollte eine kleine Erste-Hilfe-Ausstattung erreichbar sein. Hinweise für unterwegs bietet auch die Übersicht zur Reiseapotheke mit Kind.
Das Ziel eines Kindernotfallkurses ist nicht, medizinisches Fachpersonal zu ersetzen. Eltern sollen eine gefährliche Situation erkennen, Hilfe alarmieren und die entscheidenden ersten Maßnahmen durchführen können, bis der Rettungsdienst übernimmt.
Wichtigste Punkte zum Merken
- Bei möglicher Lebensgefahr wird die 112 gewählt.
- Bewusstsein und normale Atmung gehören zu den ersten Kontrollen.
- Die Leitstelle kann Ersthelfende telefonisch anleiten.
- Bei fehlender normaler Atmung muss die Wiederbelebung beginnen.
- Bei Kindern gehören fünf anfängliche Atemspenden zur aktuellen pädiatrischen Abfolge.
- Ungeschulte Helfende können anschließend das Verhältnis 30 zu 2 anwenden.
- Bei Verschlucken unterscheiden sich die Maßnahmen für Säuglinge und größere Kinder.
- Starke Blutungen werden durch direkten Druck auf die Blutungsstelle kontrolliert.
- Nach einer möglichen Vergiftung darf Erbrechen nicht absichtlich ausgelöst werden.
- Praktisches Üben an einer Trainingspuppe vermittelt mehr Handlungssicherheit als reines Lesen.
FAQ
Muss ich für einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind Vorkenntnisse haben?
Für die üblichen Kurse für Eltern und andere Privatpersonen sind in der Regel keine Vorkenntnisse erforderlich. Das Berliner Rote Kreuz weist ausdrücklich darauf hin, dass sein Kurs ohne vorherige Ausbildung besucht werden kann.
Wann muss bei einem Kindernotfall die 112 gerufen werden?
Die 112 ist bei akuter oder möglicher Lebensgefahr richtig. Dazu gehören unter anderem Bewusstlosigkeit, fehlende normale Atmung, schwere Atemnot, starke Blutungen und schwere Verletzungen.
Was mache ich, wenn ein Kind bewusstlos ist, aber normal atmet?
Die Atemwege müssen frei bleiben. Ein bewusstloses Kind mit normaler Atmung wird in eine geeignete stabile Seitenlage gebracht und weiter beobachtet. Bei einem ernsthaften Notfall wird der Rettungsdienst verständigt.
Wie funktioniert die Wiederbelebung bei einem Kind?
Nach den aktuellen deutschen Leitlinien werden nach Feststellung der fehlenden normalen Atmung zunächst fünf Atemspenden gegeben. Helfende ohne spezielle pädiatrische Ausbildung können danach 30 Herzdruckmassagen und zwei Beatmungen im Wechsel durchführen und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Soll ich einem vergifteten Kind Milch geben oder Erbrechen auslösen?
Nein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit warnen vor dem absichtlichen Auslösen von Erbrechen und vor Milch als allgemeinem Hausmittel. Das weitere Vorgehen sollte mit einem Giftinformationszentrum oder medizinischem Fachpersonal geklärt werden.
Reicht ein Video aus, um Erste Hilfe am Kind zu lernen?
Ein gutes Lehrvideo eignet sich zur Vorbereitung und Wiederholung. Handgriffe wie Herzdruckmassage, Atemspende, Druckverband oder Maßnahmen bei verlegten Atemwegen sollten möglichst zusätzlich praktisch unter fachlicher Anleitung geübt werden.
Eltern müssen bei Kindernotfällen nicht jede mögliche Verletzung auswendig kennen. Entscheidend sind das Erkennen von Bewusstsein und Atmung, der schnelle Notruf und einige praktisch geübte lebensrettende Maßnahmen. Aktuelle Leitlinien sehen bei fehlender normaler Atmung eines Kindes zunächst fünf Atemspenden vor. Ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind vermittelt diese Abläufe an Übungspuppen und behandelt zusätzlich Verschlucken, Blutungen, Vergiftungen und andere typische Notfälle.
Wer die Grundlagen einmal praktisch gelernt und später regelmäßig aufgefrischt hat, kann sich im Ernstfall auf eine überschaubare Abfolge konzentrieren. Gefahren erkennen, Hilfe rufen, Atmung beurteilen und die notwendige Maßnahme beginnen. Genau dafür sind Kindernotfallkurse von Hilfsorganisationen und medizinischen Bildungseinrichtungen gedacht.
Quelle: German Resuscitation Council mit den Reanimationsleitlinien 2025, European Resuscitation Council mit den Leitlinien 2025, Deutsches Rotes Kreuz, Berliner Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit mit kindergesundheit-info.de, Bundesinstitut für Risikobewertung, gesund.bund.de des Bundesministeriums für Gesundheit sowie Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.