Philharmonie Berlin
Philharmonie Berlin, Foto: pixabay

Zwischen Beton, Bäumen und Baukränen entsteht mitten in Berlin ein lebendiger Kulturraum für Kinder, Jugendliche und Eltern. Das Kulturforum überrascht mit einem umfangreichen und interaktiven Angebot für Familien. Ein Besuch lohnt sich – besonders an sonnigen Tagen.

Inhaltsverzeichnis:

Philharmonie Berlin mit Kathrin Schindlbeck begeistert junge Besucher

Die Familienführung „Unser Klangschiff“ in der Berliner Philharmonie ermöglicht Kindern zwischen 2 und 7 Jahren erste musikalische Erfahrungen. Begleitet werden sie von ihren Eltern oder Großeltern. Geleitet wird das Angebot von der Musikpädagogin Kathrin Schindlbeck. Sie gehört zum „Education“-Team der Philharmoniker. Die Kinder dürfen Instrumente ausprobieren, etwa die Posaune. Musiker wie der 26-jährige Ricard führen sie in Klangwelten ein. Ein besonderes Erlebnis ist der Probenbesuch im Konzertsaal. Währenddessen erfahren Erwachsene architektonische Details über das Gebäude von Hans Scharoun. Der Architekt orientierte sich beim Bau der Philharmonie an der Form von Schiffen. Bullaugen-Fenster, eine „Wasserwand“ und farbige Schilder erinnern an maritime Elemente.

Familienkunstgottesdienst „hORA+“ mit Hannes Langbein in St. Matthäus

Direkt gegenüber der Philharmonie steht die St. Matthäus-Kirche. Dort findet an jedem ersten Sonntag im Monat der experimentelle Familienkunstgottesdienst „hORA+“ statt. Pfarrer Hannes Langbein trägt dabei keinen Talar. Statt klassischer Liturgie gibt es künstlerische Performances, Musik und offene Gespräche. Mit dabei sind Gäste aus der Berliner Kulturszene: Bildende Künstler, Tänzerinnen, Puppenspieler. Im Anschluss treffen sich Familien auf dem Vorplatz zum Picknick. Dort liegt auch die gartenkünstlerische Installation „Baumschule Kulturforum“, bestehend aus 200 Bäumen in Trögen. Die Anlage spendet Schatten, bietet Lebensraum für Tiere und lädt zum Verweilen ein.

Neue Nationalgalerie, Gemäldegalerie und Kunstgewerbemuseum locken mit Workshops

Die Staatlichen Museen am Kulturforum bieten zahlreiche Programme speziell für junge Besucher. Die Neue Nationalgalerie, die Gemäldegalerie und das Kunstgewerbemuseum organisieren:

  • Familienführungen mit kreativen Mitmachaktionen
  • Farbwerkstätten im Anschluss an die Ausstellungen
  • Mehrtägige Ferienkurse

In den Kursen beschäftigen sich Kinder unter anderem mit Linoldruck, Modezeichnen, Reisetagebüchern und Blütencollagen. Das Sommerprogramm ist breit gefächert und stark nachgefragt. Eine Museums-Sprecherin rät zur frühzeitigen Anmeldung.

„berlin modern“ entsteht neben der Neuen Nationalgalerie

Direkt neben dem Museum entsteht seit einem Jahr das neue Ausstellungsgebäude „berlin modern“. Der Bau hat 2023 begonnen, eröffnet werden soll es 2027. Geplant ist eine Fläche von 9.000 Quadratmetern für Ausstellungen. Kinder können von der Baustelle aus Bagger und Kräne beobachten – ein Bonus für neugierige Besucher.

Das Kulturforum ist damit weit mehr als ein Ort für klassische Kunst. Es wird zunehmend zu einem urbanen Treffpunkt für Familien, der Bildung, Unterhaltung und Natur vereint.

Quelle: Tagesspiegel