Gefahr durch Hitze im Kinderwagen
Gefahr durch Hitze im Kinderwagen, Pixabay/Foto illustrativ

Babys sind bei Hitze besonders gefährdet. Viele verbringen täglich Zeit draußen. Das ist gesund. Hohe Temperaturen belasten sie jedoch stark. Der Kinderwagen kann zur Falle werden. Eine erfahrene Hebamme erklärt Risiken und Maßnahmen.

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Susanne huhndorf warnt vor überhitzung im kinderwagen

Babys können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Die Schweißdrüsen sind noch unreif. Dadurch wird Wärme langsam abgegeben. Susanne Huhndorf vom Hebammenverband Niedersachsen erklärt das Risiko. Überhitzung kann schnell entstehen. Hitzschlag ist möglich. Im Extremfall drohen Herzstillstand und Tod.

Der Kinderwagen ist wasser- und windundurchlässig. Wird zusätzlich ein Tuch über den Wagen gelegt, entsteht ein Hitzeraum. Er heizt sich rasch auf. Die Luft zirkuliert kaum. Der Blickkontakt fehlt, Veränderungen werden später bemerkt.

Experiment aus schweden zeigt extreme temperaturwerte

Die Zeitung Svenska Dagbladet testete zwei Kinderwagen 90 Minuten in direkter Sonne. Einer blieb offen. Der andere wurde mit einem Mulltuch abgedeckt.

  • Offener Wagen nach 90 Minuten: 22 Grad Celsius
  • Abgedeckter Wagen nach 90 Minuten: 37 Grad Celsius

Die Differenz betrug 15 Grad. In einem geschlossenen Raum entweicht Hitze nicht. Susanne Huhndorf bestätigt die Gefahr. Eine vollständige Abdeckung ist auch bei geringerer Wärme nicht empfehlenswert.

Alternativen fuer sicheren schutz

Empfohlen wird ein UV-Sonnensegel. Es wird mit Schnüren oder Klammern zwischen Lenker und Verdeck befestigt. So bleibt die Luftzirkulation erhalten und Hitzestau wird vermieden.

Eine weitere Option ist Tragen. Tragehilfe oder Tragetuch sind möglich. Durch die Nähe spüren Eltern Temperaturänderungen sofort und können reagieren.

  1. Direkte Sonne mit Babys und Kleinkindern meiden
  2. Während der heißesten Stunden drinnen bleiben
  3. Atmungsaktive, lange Kleidung und Hut mit breiter Krempe nutzen

Symptome eines hitzeschlags bei kindern

Eltern müssen Warnzeichen kennen. Schnelles Handeln verhindert schwere Folgen.

  1. Haut ist rot oder ungewöhnlich heiß
  2. Keine Reaktion auf Ansprache oder Berührung
  3. Jammern oder auffällige Lautäußerungen
  4. Trockene Windel oder dunkler, intensiver Urin

Bei Verdacht Kind sofort an einen kühlen Ort bringen und ärztliche Hilfe rufen.

Quelle: Berliner Morgenpost